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Time4Musical   Aladdin in Hamburg
03.04.2016 von Vinny


Disneys Aladdin


Musik Alan Menken
Text Howard Ashman, Tim Rice & Chad Beguelin
Deutsch Ruth Deny, Heiko Wohlgemuth und Kevin Schroeder
Deutschlandpremiere 06.12.2015
Besuchte Vorstellung 31.01.2016 (Björn)



Aladdin- Zugegeben nicht mein Lieblingsmärchen von Disney. Aus diesem Grund hatte ich mich in meiner Kindheit auch nicht mit dem Film oder der Geschichte vertraut gemacht. Als ich hörte, Aladdin käme als deutschsprachiges Musical nach Hamburg, musste ich dieses schnell nachholen, um nicht gänzlich unwissend in das Stück zu gehen.

Aladdin ist ein gutherziger Straßenjunge, der sich mit Gaunereien durch die Stadt Agrabah schlägt und durch Zufall auf dem Markt Prinzessin Jasmin kennenlernt. Prinzessin Jasmin gibt sich zuerst nicht als Prinzessin aus, sie möchte vielmehr jenes sehen, was sie in ihrem täglichen Leben im Palast nicht zu sehen bekommt. Sie möchte ausbrechen und etwas von der Welt sehen. Jasmins Vater, der Sultan, hat derweil andere Sorgen, denn Jasmin soll heiraten, damit seine Thronfolge klar wird. Es gestaltet sich schwierig, da es niemand mit Jasmins Ansprüchen aushält. Dschafar ergreift die Chance und schmiedet einen Plan, wie er an den Thron kommen würde. Er will die Wunderlampe, den Dschinni. Dieser kann jedoch nur von einem „ungeschliffenen Diamanten“ aus einer Höhle geholt werden. Dieser Diamant ist Aladdin, der durch Hinterhältigkeiten von Dschafar letzendlich in der Höhle landet, um die Lampe zu holen. Durch seine Neugier reibt er an der Lampe und fasst verbotene Schätze an, weckt den Dschinni und ist somit in der Höhle eingesperrt. Dieser ist begeistert und gewährt Aladdin drei Wünsche. Aladdin möchte unbedingt Jasmins Herz gewinnen und wird durch einen der Wünsche zum Prinzen und versucht, in den Palast zu ziehen um Jasmin von sich zu überzeugen. Dschafar will dieses unter allen Umständen verhindern und lässt Aladdin einsperren. Seine Freunde halten nicht viel vom Prinzen, aber wollen ihn dennoch aus der misslichen Lage befreien. Aladdin schafft es, Jasmin die Wahrheit zu sagen, ihr die Liebe zu zeigen und sie für sich zu gewinnen. Kurz vor der Hochzeit schafft es Dschafar, die Wunderlampe von Aladdin zu stehlen und somit die Macht des Dschinnis. Als Aladdin auftaucht, sieht er seine Freunde Jasmin und den Sultan in Ketten. Durch einen Trick schafft es Aladdin, dass Dschafar seinen letzten Wunsch dafür nutzt, selbst ein Dschinni zu werden, da er immer die Macht haben wollte. Dschafar verschwindet in einer Wunderlampe und alle sind frei. Einer glücklichen Hochzeit steht nichts mehr im Wege.


Anders als im klassischen Disney-Film hat Aladdin im Musical drei Freunde: Babkak, Kassim und Omar. Jeder hat seine eigene Auffassung, einer ist dauernd hungrig, einer ist sehr stark und der andere versteht manche Sachen nicht auf Anhieb. Ich muss sagen, Abu, der Affe und Freund aus dem Film, fehlte mir nicht. Es ist eine gute Alternative und alle drei können auf ihre Art überzeugen. Besonders aufgefallen ist hier Phillip Hägeli als Kassim. Er spielt die Rolle sehr überzeugend und selbstbewusst. Man wusste bei ihm sofort, was er vermitteln will: Kassim ist stark. Man sieht Phillip aber auch an, dass er großen Spaß an der Interpretation der Rolle hat, was mich sofort von ihm überzeugte. Tobias Weiß war zu sehen als Babkak. Dieser erwähnt sehr häufig Dinge, die mit Essen zu tun haben. Tobias in der Rolle zu sehen war für mich ok, hat mich aber leider nicht gänzlich überzeugt. Für mich wirkten viele Sprüche sehr trocken rübergebracht und ich merkte, dass die Besucher neben mir oft nicht wussten, ob sie an diesen Stellen lachen sollten. Omar ist der letzte im Bunde und vermittelt den Eindruck, nicht der hellste Stern am Himmel zu sein. Überzeugend gespielt von Pedro Reichert, sorgte die Rolle des Omar für den ein oder anderen Lacher.

Ebenfalls anders als im Film hat Dschafar (Ethan Fremann) einen Handlanger mit dem Namen Jago, im Stück gespielt von Eric Minsk. Der erste Auftitt von Jago sorgte für Lacher und Raunen, denn Erics Stimme schallte sehr schrill. Eine unverkennbare Stimme meiner Meinung nach. Er verleiht der Rolle das nötige Etwas und überzeugte voll und ganz. Nahezu perfekt sah Ethan Fremann dem Zeichentrick Dschafar ähnlich. Ethan vermittelte die Grausamkeit, die ein Dschafar mitbringen muss, und trat ebenfalls sehr stark auf.

Jasmins Vater, der Sultan, ist zugegeben eher eine sehr kleine Rolle und man nimmt diese nicht wirklich war. Claus Dam zeigte tolle Szenen, allerdings kann er nur begrenzt in dieser Rolle überzeugen, da nicht viel Spielraum vorhanden ist, der ihn dieses ändern lassen könnte.

Enrico de Pieri als Dschinni hat mit Abstand die beim Publikum gefeiertste Rolle. Witzig, überzeugend, lustig, spektakulär, großartig - all diese Worte passen zu der Darbietung von Enrico als Dschinni. Hiervon muss man sich einfach selbst überzeugen!


Die Hauptakteure des Abends waren Sophia Gorgi als Jasmin und Alessio Impedovo als Aladdin.

Sophia als Prinzessin Jasmin zu sehen war eine Freude. Sie hat auf voller Linie die Rolle verkörpert und fühlte sich sichtlich wohl, was auch beim Publikum mit Begeisterung ankam. Alessio hatte an dem Abend seine Premiere als Aladdin. Ich muss gestehen, es geht nicht besser. Jede Szene, jeder Moment war überzeugend gespielt. Keinerlei Nervosität war zu spüren und er spielte sich mit viel Witz und Charme in die Herzen der Zuschauer.

Im Gesamtpaket ist Aladdin ein typisches Disney-Stück mit viel Witz, Charme und Liebe. Ein sehr ausgeprägtes und unglaublich gestaltetes Bühnenbild, mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn der Zauber bei dem ersten Besuch soll bestehen bleiben, verzaubert den Besucher einen Moment in die Welt von Agrabah. Man spürt die Sonne und die Wärme, in der das Stück spielt. Bis heute ist mir übrigens nicht klar, wie der fliegende Teppich fliegt. Das wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben. Mich hat das Stück mit all seinen Farben und Effekten, sowie mit dem Ensemble und den Hauptakteuren komplett überzeugt und ich kann nur jedem raten, es sich anzusehen.

Aladdin ist derzeit zu sehen im Stage Theater Neue Flora in Hamburg mit der Musik von Alan Menken, den Lyrics von Howard Ashmann, Tim Rice und Chad Beguelin und dem Buch ebenfalls von Chad Beguelin mit den deutschen Übersetzungen von Ruth Deny, Heiko Wohlgemuth und Kevin Schroeder.

Weitere Informationen zur Besetzung, Show oder Weiterem unter www.stage-entertainment.de



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