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Time4Musical   The Rocky Horror Show - Gelsenkirchen 2016
27.03.2016 von musicalmicha


The Rocky Horror Show


Inszenierung Johannes Reitmeier
Musikalische Leitung Thomas Rimes
Premiere am 20.02.2016 in Gelsenkirchen
Besuchte Vorstellung: 20.02.2016



Am 20.02.2016 feierte nach 13 Jahren das Kultstück Rocky Horror Show in einer Inszenierung von Johannes Reitmeier Premiere. Er hat in seiner Inszenierung alles, was ein Fan erwartet, bedient und doch auch seine eigenen Handschrift hinzugefügt. So lässt er direkt am Anfang das Raumschiff von Frank’N Further in einer Industrielandschaft mitten in unter die hart arbeitenden Malocher (Ruhrpott-Sprache für Arbeiter) landen, um sie gleich darauf in sein Raumschiff zu entführen! So ist das eigentlich übliche Schloss eher eine Industrieruine! Dies ist durch das detailgetreue Bühnenbild von Michael D. Zimmermann gut zu erkennen. Die Kostüme von Andreas Meyer sind dem verrückten und trashigen Stück angepasst.

Die Choreografie von Seân Stephens ist genau wie das Stück verrückt, sexy und sehr flott. Wolfgang Wilger dirigiert die Band bravourös.

Die Handlung müsste eigentlich jeder kennen, aber hier eine kleine Zusammenfassung:
Nach einer Autopanne platzt das verklemmte Pärchen Brad und Janet in einer düsteren Gewitternacht in ein ausschweifendes Gelage auf dem Anwesen des durchgeknallten außerirdischen Wissenschaftlers Frank N. Furter. Man feiert die „Geburt“ des künstlichen Lustknaben Rocky, eines tumben Adonis‘, den sich der charismatische Frank zur Befriedigung seiner unerschöpflichen sexuellen Begierde erschaffen hat. Im Laufe einer rauschenden Party-Nacht geraten Brad und Janet immer tiefer in einen Strudel zügelloser Leidenschaft…

Das Ensemble ist durchweg perfekt besetzt, deshalb möchte ich hier nur ein paar erwähnen:
Bele Kumberger und Tim Al-Windawe sind das perfekte verklemmte Pärchen, das im Laufe des Stückes immer mehr zur Wahrnehmung ihrer Sexualität kommen. Sie singen und spielen sich in ihrem ersten Song schon in die Herzen der Zuschauer!
Rüdiger Frank ist nicht nur durch seine Statur (er ist kleinwüchsig), sondern besonders durch seine absolute Bühnenpresenz und seine perfekt passenden dreckigen Singstimme die Idealbesetzung des außerirdischen Dieners von Frank.
Henrik Wager, der schon öfter Frank’N Furter gespielt hat, gelingt es in dieser Inszenierung, eine neue Seite von Frank zu zeigen, die ihn einerseits liebenswert, aber anderseits ziemlich durchgeknallt macht. Gesanglich ist er wie immer top.
Christian Funk gibt dem Rocky endlich mal das jugendliche, Adonis-hafte Aussehen, das einem das Anhimmeln leicht macht. Ihm werden bestimmt einige Frauenherzen zufliegen. Schauspielerisch gibt er das naive, gerade erst erschaffenen Lebewesen perfekt. Ein bisschen stört, dass er schon sehr gut sprechen kann! Gesanglich und tänzerisch ist nichts auszusetzten.
Joachim G. Maaß schlüpft als Erzähler in viele verschiedene Rollen: einmal der Opa am Fenster, eine Putzfrau, ein Arzt und ein Gentlemen im Abendanzug. Er lässt souverän die Zwischenrufe aus dem Publikum an sich Abperlen. Gesanglich ist er in diesem Stück unterfordert, aber seine Situationskomik kann er super unter Beweis stellen.

Auch an das Publikum wird gedacht. Da dieses in Interaktion mit dem Geschehen auf der Bühne treten soll, gibt es für 6 Euro ein Fan-Paket, in dem sich allerhand Sachen zum Mitmachen befinden. Dieses Angebot wurde vom Premieren-Publikum auch gerne angenommen. Auch beim Timewarp sind alle aufgestanden und haben mitgetanzt. Am Ende gab es Standing Ovations und lang anhaltenden Applaus. Es ist Gelsenkirchen wieder mal gelungen, eine tolle Inszenierung auf die Beine zu stellen, die jeden und nicht nur den eingefleischten Fan begeistern wird!

Nähere Informationen über die noch zu spielenden Termine findet ihr unter http://www.musiktheater-im-revier.de




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