Artikel » Time4Musical » Mozart Superstar - Tournee 2016 Artikel-Infos
   

Time4Musical   Mozart Superstar - Tournee 2016
08.03.2016 von Vinny


Mozart Superstar


Musical von Ulrich Gerhartz
Musik W.A.Mozart RELOADED
Regie Patrick Stanke
Premiere am 28.01.2016
Besuchte Vorstellung am 03.03.2016



Wer die Musik von W.A. Mozart kennt und Auszüge aus dem „Mozart!“ Musical von Michael Kunze und Sylvester Levay, der wird höchstwahrscheinlich mit dieser Version des Mozart als Superstar seine Schwierigkeiten haben.
Die Idee war es, glaube ich, genauso wie bei „Jesus Christ Superstar“, Mozart als den Komponisten der Wiener Klassik zu hofieren, ihn eben als einen heutigen Superstar dazustellen. Im Programmheft selbst steht: „Wäre Mozart auch heute ein Superstar geworden? Die Frage kann jeder Zuschauer am Ende des Musicals für sich selbst beantworten.“
Daran erkennt man, was der Autor und der Regisseur vorhaben: Mozart in ein modernes Gewand stecken. Doch hier ist es nicht das Gewand, welches verändert wird, sondern die Musik.

Man nehme z.B. Mozarts Requiem, mische ein paar Beats mit dem Computerprogramm darauf und fertig ist die Mozart Musik RELOADED. Für meinen Geschmack hätte man lieber das Original verwenden sollen. Für die Künstler ist diese Form der mozartschen Musik nämlich nicht unbedingt leicht singbar. Hier sei allerdings zu erwähnen, dass sich das gesamte Ensemble sehr viel Mühe gegeben hat, nicht im Laufe der Szenen zu ermüden.

Leider fesselt einen diese musicalische Form von Mozarts Vita nicht annähernd, auch wenn das Ensemble versucht, alles zu geben. Gesanglich hervorzuheben seien hier Florian Hinxlage als Mozart, Steffi Regner als Constanze und Anna Gössi als Josepha.

In der Handlung ist kein gedanklicher roter Faden zu erkennen und so wirkt es schnell, als hätten die Verantwortlichen einfach eine Station Mozarts an die andere gehängt. Zum Beispiel verkündet Constanze in einer Szene ihrem Mozart stolz, dass sie wieder schwanger sei. Nachdem sie allerdings von ihrer Kur zurückkehrt, ist keine Rede mehr von einem Baby!

Die Kostüme waren zum Teil im typischen Rokoko-Stil, zum Teil aber auch sehr modern abgewandelt. Vor allem war dies der Fall bei den Tänzern. Die Tänzer haben allesamt schwarze Augenmasken und ein darauf abgestimmtes Kostüm an. Man stellt sich schnell die Frage, was die Tänzer darstellen sollen. Meiner Meinung nach symbolisieren sie die schlechten Gedanken bzw. den Tod Mozarts. Ähnlich wie man es aus „Elisabeth - Das wahre Leben der Sissi“ mit den Todesengeln kennt.

Die Choreographien erinnern einen schnell an eine Art Contemporary. Dieser passt einfach nicht zu Mozart. Auch nicht zu einem modern aufgelegten. Unterm Strich ist es für alle Beteiligten eine Herausforderung, zu dieser Musik zu singen und zu tanzen, aber alle machen das Beste daraus und werden in Hannover sogar mit Applaus belohnt. Nur wenige haben dieses Musical in Hannover während der Pause verlassen. Man zollte hier also dem Ensemble den nötigen Respekt vor der Arbeit, da dieses sowieso nur vor einem halb ausverkauften Haus spielen musste.

Abschließend muss ich noch etwas in Sachen Social Media und die Reaktionen los werden. In den einschlägigen Musical- und Bewertungsportalen wird dieses Musical ziemlich auseinandergenommen, was ich schade finde. Natürlich hat man das Recht, seine Meinung kund zu tun, aber andere dazu anzustacheln, die gekauften Karten möglichst schnell unter die Leute zu bringen, finde ich sehr schade. Jeder sollte sich, egal bei welchem Musical und welcher Inszenierung, ein eigenes Bild machen. Danach darf und soll liebend gerne darüber diskutiert werden!



Druckansicht   druckbare Version anzeigen
Seite empfehlen   Seite empfehlen
Artikel einsenden   Artikel einsenden
0 Kommentar(e)   kommentieren
Wertung ø 8,00
1 Stimme(n)
Seitenanfang nach oben