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Time4Musical   Carrie - Minden 2014
01.11.2014 von Nathalie


Carrie

Am 25.10.2014 hatte das Institut für Musik (IfM) aus Osnabrück, mit Studierenden des Studienprofiles Musical, im Theater Minden mit der deutschsprachigen Erstaufführung (DSE) von dem Musical „Carrie“ von Lawrence D. Cohen, Dean Pitchford und Michael Gore, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Stephan King, Premiere.

Im Alter von 16 Jahren bekommt Carrie nach dem Sportunterricht unter der Dusche ihre erste Periode, über die sie unwissend und erschrocken ist. Ihre Mitschülerinnen hänseln und demütigen sie deswegen. In der Folge treten einige Fälle von Telekinese als Reaktion auf Beleidigungen, Demütigungen oder Ignoranz ihrer Mitmenschen auf, und Carrie wird sich der Tatsache bewusst, dass diese von ihr ausgehen. Sie denkt neu über die Beziehung zu ihrer Mutter nach, die jegliche Form von Reifung zur Frau und erst recht von Geschlechterliebe als grässliche Sünde darstellt und über Jahre verhindert hat, dass Carrie wie ein normales Mädchen aufwachsen konnte. Durch Ihre neu erkannten Fähigkeiten gelingt es dem Mädchen, der Gewalt und dem Wahn ihrer Mutter in einem gewissen Maße Einhalt zu gebieten.


Mit Hilfe einer wohlwollenden Lehrerin legt Carrie schrittweise ihre Angst vor dem Frau-Werden ab und wird sogar von einem Jungen zum Frühlingsball der Schule eingeladen. Für den Ball näht sie sich, gegen den erbitterten Widerstand der Mutter, ein hübsches Kleid. In ihrem religiösen Wahn schmiedet die Mutter nun einen Mordplan gegen ihre Tochter, weil sie darin die einzige Möglichkeit sieht, Carrie vom Satan reinzuwaschen.

Zur gleichen Zeit besorgen sich andere Schüler zwei Eimer Schweineblut, mit dem sie Carrie beim Frühlingsball übergießen wollen. Durch eine manipulierte Wahl werden Carrie und ihr Begleiter Tommy zu König und Königin des Balls gewählt. Als sie auf der Bühne stehen, schüttet Carries Mitschülerin Chris mithilfe eines Zugseils die heimlich unter der Decke befestigten Eimer mit dem Schweineblut über Carrie und Tommy. Der Eimer über Tommy fällt auf seinen Kopf und tötet ihn später. Als sich Gelächter deswegen überall breit macht, fühlt sich Carrie von allen hintergangen und rächt sich mit ihren telekinetischen Fähigkeiten. Zunächst schließt sie alle Türen, so dass niemand entkommen kann, setzt dann die Sprinkleranlage in Betrieb und löst damit tödliche Stromschläge durch die Elektrik aus. Schließlich eskaliert ihre Zerstörungswut, und die Schule geht in Flammen auf, wobei sich am Ende nur zwölf Personen retten können.

Zu Hause angekommen, verwickelt ihre Mutter Carrie in ein Gespräch und sticht ihr daraufhin ein Küchenmesser in die Schulter. Die schwer verletzte Carrie bringt Kraft ihrer Gedanken das Herz ihrer Mutter zum Stillstand. Anschließend rächt sie sich an Chris und deren Freund Billy, die die Eimer mit Schweineblut unter der Decke des Ballsaales angebracht haben. Susan, eine der wenigen Mitschülerinnen, die Mitleid und keinen Groll gegen Carrie empfanden, findet die im Sterben liegende Carrie.

Regie führte Sascha Wienhausen (Institutsleiter & Studiendekan des IfM Gesang-Musical/Pop) und Gesche Tebbenhoff (alias Vera Wächter in „Medicopter 117 – Jedes Leben zählt“). Ihre Inszenierung ist flüssig und entführt den Zuschauer in das Leben von Carrie! Man leidet mit der Hauptprotagonistin förmlich mit.
Für die Choreographie ist Katie Farkas verantwortlich, die toll auf die Studierenden eingeht und sie mit ihren dynamische und abwechseld eher ruhige, untermaldene Choreos gut in Szene setzt!
Die Band unter der Leitung von Martin Wessels - Behrens untermauert die Handlung mit der Musik.
Die Kostüme von Jocye Diedrich spiegeln den Kleidungsstil junger Teenager an der High School wieder.
Als Bühnenbild, welches von Alexander Heilscher entworfen wurde, ist eine Ruine der Schule für das bevorstehende Unheil allgegenwärtig. Dies wird nur durch ein paar Requisiten, wie z.B. Stühle und Tische aufgewertet.



Zu den Studierenden kann man sagen dass alle durchweg passend besetzt wurden und jeder seinen Beitrag zu dieser gelungenen Inszenierung beiträgt. Trotzdem möchte ich 4 Paare noch herausstellen, da sie sehr Eindrucksvoll in Erinnerung bleiben.

Als Erstes möchte ich Isabel Waltsgott (Carrie) und Noraleen Amhausend (Magreth Withe, Carries Mutter) erwähnen. Beide haben ihre Rollen grandios gemeistert!
Isabel spielt die schüchterne Carrie, die Außenseiterin der High-School, die davon träumt dazuzugehören so intensiv und real: von ihrem Wandel zum Mädchen, dass merkt, das es Fähigkeiten hat die sie stärker machen als sie geglaubt hat bis hin zu der von der Gesellschaft enttäuschten und sich an ihnen rächenden Person leidet man von Anfang bis Ende mit!
Noraleen lässt keinen Augenblick daran zweifeln das sie eine Mutter ist die dem Religion - Wahn verfallen ist. Man bekommt das eine oder andere Mal Gänsehaut des Unbehagens wenn sie auf der Bühne ist. Hut ab vor dieser schauspielerischen Leistung!

Als zweites möchte ich das Paar der Schullieblinge erwähnen Elisabeth Rieß, und Fin Holzwarth(Thommy Ross).
Elisabeth spielt Sue Snell, die einzig Überlebende des Schulbrandes, die die Geschichte von Anfang an bei einen Verhör rekonstruiert und dabei sich selber die meiste Schuld gibt, mit einer Intensität, dass man richtig Mitleid bekommt. Sie will einfach das Unrecht was sie an Carrie begangen hat wieder gut machen, hat aber nicht mit ihrer rebellischen Mitschülerin gerechnet die die am Ende stattfinden Katstrophe hervorruft!
Fin ist deutlich der typische Sportcollege Typ mit einen Hang zum melancholischen! Man muss ihn vom ersten Augenblick an gern haben! Man zweifelt keinen Augenblick dass er der Mädchenschwarm der Schule ist. Auch er meistert seine Rolle problemlos.



Das dritte Paar ist das typische Außenseiter Paar, Karina-Lisa Pauritsch (Chris Hargensen) und Timothy Roller (Billy Nolan), das in keiner High - School - Geschichte fehlen darf!
Karina Lisa gibt das verwöhnte reiche Girl, das die Demütigung die sie angeblich durch Carrie erleidet, grausam am Abschlussball recht. Sie spielt so arrogant und verwöhnt dass wohl der eine oder andere Elternteil sie am liebsten von der Bühne gezogen hätte, um ihr den Hintern zu versohlen!

Timothy ist der Querulant der mehrmals sitzen geblieben ist, der Schrecken der Lehrer, der den Klassenfrieden stört und immer auf Party aus ist. Das kann er in den tollen Choreographien beweisen genau wie in seinem Schauspiel!

Das letzte Paar sind die Lehrer Alexandra Hoffmann (Sportlehrerin Miss Gardner) und Fabian Böhle (Englischlehrer Mr. Stephens). Beide haben die komischen Szenen des Stückes auf ihrer Seite, das die Dramatik lockert. Sie haben immer mal kurze Momente auf der Bühne, in denen sie punktgenau ihre Pointen setzten, durch Aussagen die sie Tätigen oder bestimmte Handlungen! Durch dieses präzise Spiel bleiben sie dem Publikum nachhaltig in Erinnerung
Leider gibt es nur noch 2 Termine in Osnabrück wo man diese tolle Inszenierung sehen kann und zwar am 14.11 und 03.12! Es wäre dieser tollen Cast gegönnt wenn es noch mehr Termine geben würde. Also ran Leute wenn ihr es schafft schaut es euch an, es ist sehr sehenswert!

Weitere Informationen unter Hochschule Osnabrück

Von Michaela für festspielscout.de goes Musical


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